Luftbelastung
Wissenschaftler: Gute Luft rettet Leben (SZ,
06. 10. 2009)
Ein Artikel im
Deutschen
Ärzteblatt vom 5.4. 2002 erläutert den Stand der medizinischen Diskussion um
Luftreinhaltung und Lärmschutz, die zu neuen EU-Richtwerten (z.B. für Feinstaub)
geführt hat.
Wie hoch ist die Luftbelastung an der B 1?
Bereits 2001 gab es eine zu hohe Luftbelastung an der B 1
durch Stickoxide und Ruß ("Zu
hohe Werte bei Schadstoffen", RN 23.8.2001)
Schon im Jahr 2000 wurde die Feinstaubkonzentration an der
B 1, Kreuzung Lübkestraße, durch den RWTÜV gemessen. Es gab 120
Überschreitungstage für den Grenzwert bei Feinstaub (Messverfahren
und Ergebnistabelle).
Wie wirkt sich die Luftbelastung durch die B 1 auf die Anwohner aus?
Lärm und Abgase entlang der B 1 machen
krank. Auch Lärm und Stickoxide beeinträchtigen die Gesundheit.
Typische Krankheitsbilder: Schlafstörungen,
Asthma, verkalkte Herzkranzgefäße, Schlaganfall und Herzinfarkt.
Eine wissenschaftliche Untersuchung des
Landesumweltamtes NRW, die „Feinstaubkohortenstudie Frauen in NRW“, belegte vor
kurzem, dass das Wohnen an stark befahrenen Straßen die Lebenserwartung um bis
zu 10 Jahren herabsetzt (Presse;
Studie).
Ein Arzt wertete seine Patientenkartei aus und kam zu dem
Schluss: "Die B 1 macht krank" (Pressemitteilung
und
Presseartikel
über ein Gutachten des Arztes Dr. M. Pieper).
Wie viele Menschen wohnen an der B 1?
Im kritischen Immissionsbereich innerhalb
von 100m rechts und links der B 1 zählten wir ca. 280 Wohngebäude, in denen
mindestens 1.200 Menschen wohnen. Auch viele der Beschäftigten in den
Bürogebäuden entlang der B 1 sind Feinstaub, Abgasen und Lärm ausgesetzt.
Wir fordern eine Messstation an der B 1
In einer Pressemitteilung forderte die B 1-Initiative die
Einrichtung einer Messstation an der B 1 zur Messung der aktuellen Luftbelastung
insbesondere bei Feinstaub (Pressemitteilung).
Diese Forderung wird auch vom Rat der Stadt Dortmund und der Bezirksvertretung
Innenstadt-Ost unterstützt. Eine Messstation für Feinstaub wurde vom
Landesumweltamt mit der Begründung abgelehnt, dass die Stadt Dortmund diese zum
Stichtag nicht angefordert hatte.
Das Landesumweltamt empfiehlt in seinem
Ablehnungsschreiben an die B 1-Initiative vom 9. 7. 07, die Stadt Dortmund zur
Teilnahme am Programm für Luftbelastungsrechnungen zu bewegen, "damit ggf. bei
der weiteren Messplanung auch Belastungsschwerpunkte an der B 1 in Dortmund
zukünftig Berücksichtigung finden können".
Die Stadt Dortmund führt Modellrechnungen
zur Luftbelastung mit Feinstaub und Stickoxiden durch. Diese Modelle bilden aber
die reale Situation noch nicht ausreichend genau ab.
Passivsammler zur Stickoxidmessung an der B 1
Nach einem Antrag der B 1-Initiative stellte das
Landesumweltamt NRW als Ersatzmaßnahme sog. Passivsammler zur Messung der
Belastung mit Stickoxid und Benzol an zwei Standorten an der B 1auf: am
Westfalendamm vor der Heliandkirche und am Rheinlanddamm ca. 50m westlich der
Kreuzung mit der Märkischen Straße vor dem Haus 5/7, die seit dem 3. 11. 2005 in
Betrieb sind.
Die Jahresmittelwerte (27. 12. 2005 - 29. 12. 2006) für
Stickstoffdioxid betrugen 53 bzw. 56 Mikrogramm pro m3 Luft. Sie
lagen damit deutlich über dem Grenzwert für das Jahresmittel nach 22. BImSchV
(1999/30/EG) und TA Luft von 48 Mikrogramm pro m3 Luft, der nach
einer Übergangsfrist 2010 auf 48 Mikrogramm abgesenkt werden wird.
Wie breitet sich Feinstaub in der Umgebung aus?
Hierzu weiß man noch wenig. Eine aktuelle wissenschaftliche
Untersuchung aus Berlin nennt einige erste Ergebnisse (Feinstaub
in Berlin).
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